Genossenschaftlich Wohnen Morgen

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Neue Perspektiven auf einen 100 Jahre alten Ansatz 

„Gemeinschaftseigentum, Selbstorganisation und Selbsthilfe.“ Auf diesen Grundsätzen entstanden vor 100 Jahren die ersten Genossenschaften in Wien. Über die Jahrzehnte gerieten diese ursprünglichen Ideen immer weiter in den Hintergrund: Service trat an die Stelle von Selbstorganisation, in zunehmend besseren Zeiten standen Leistbarkeit und Sicherheit im Vordergrund. Heute gilt der Genossenschaftsgedanke als strukturell eingeschlafenes Erbe. Doch als selbstverwaltete Gemeinschaften können Genossenschaften auch heute noch über das Wohnen hinaus Ausgangspunkt kollektiver und neuer Lebensmodelle sein.

Das Team von wohnbund:consult hat sich im Auftrag der Gemeinnützigen Siedlungsgenossenschaft Altmannsdorf und Hetzendorf in Kooperation mit der IBA_Neues Soziales Wohnen mit dieser Entwicklung und möglichen Zukunftsperspektiven beschäftigt. Das Ergebnis ist eine spannende Studie und eine dazu passende Ausstellung!

Die Ausstellung „Genossenschaftlich Wohnen Morgen?“, die seit 2022 an verschiedenen Orten in Österreich präsentiert wird, stellt angesichts sozialer und ökologischer Krisen die Frage nach der Aktualität des Genossenschaftsgedankens. Die Stimmen von Bewohner:innen, Genossenschafter:innen und Expert:innen eröffnen neue Perspektiven auf Fragen wie: Was macht Genossenschaften in der Bewältigung aktueller gesellschaftlicher Krisen so besonders? Was bedeutet Teilhabe in Genossenschaften? Wie lässt sich genossenschaftliches Wohnen zeitgemäß denken?

Einladung zur Diskussionsveranstaltung

“ig_am Wort: Genossenschaftlich wohnen morgen”
16. Juni 2026, 19 Uhr, IG Architektur

Wie können die ursprünglichen Ideen des genossenschaftlichen Wohnens heute neu gedacht werden? Welche Rolle können gemeinschaftliche Wohnformen angesichts steigender Wohnkosten, sozialer Isolation und gesellschaftlicher Veränderungen spielen?
Die Wiener Wohn- und Siedlungsgenossenschaften der Zwischenkriegszeit verbanden solidarisches Wirtschaften mit gemeinschaftlichem Leben. Ihre Mitglieder waren nicht nur Mieter*innen, sondern zugleich Miteigentümer*innen ihrer Genossenschaft. Selbstverwaltung, gemeinschaftliche Aktivitäten und soziale Verantwortung bildeten die Grundlage eines Wohnmodells, das weit über die reine Bereitstellung von Wohnraum hinausging.
Kann dieser „dritte Weg“ zwischen Eigentum und Miete heute wieder neue Bedeutung gewinnen? Welche zeitgemäßen Formen von Gemeinschaft, Teilhabe und Mitbestimmung sind denkbar? Und welche historischen Ansätze lassen sich in die Gegenwart transformieren?

Podiumsgäste für die Diskussion:

  • Heribert Thurner
    Obmann der Siedlungsgenossenschaft AH!, Initiator der Studie Genossenschaft morgen
  • Ernst Gruber
    Geschäftsführer wohnbund:consult, Co-Ersteller der Studie Genossenschaft morgen im Rahmen der IBA Wien
  • Petra Hendrich
    Realitylab, Begleitung von sozialen Prozessen im genossenschaftlichen Wohnbau, Gründerin einer eigenen Genossenschaft für gemeinsames Wohnen in Wien
  • Kurt Hofstetter
    Oberbaustadtrat, Magistratsabteilung 50 der Stadt Wien, Koordinator der IBA Wien 2022

Moderation und Konzeption: Ralf Bock

Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.

Ort: IG Architektur, Gumpendorfer Straße 63B, 1060 Wien
Zeit: Dienstag, 16. Juni 2026, 19 Uhr

Die Studie zur Ausstellung „Genossenschaftlich Wohnen Morgen?“ ist hier abrufbar.

Die Videos der Ausstellung können Sie auf unserem Youtube-Kanal anschauen.

 

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Bauten der Siedlungsgenossenschaft Altmannsdorf-Hetzendorf: die vor 100 Jahren selbsterbaute Altsiedlung Rosenhügel (links) und die in den 2010ern entstandene Photovoltaik-Siedlung Roschegasse (rechts)
Quelle: Archiv ah; Foto Harald A. Jahn

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Siedler:innen der Altsiedlung Rosenhügel beim Selbstbau in den 1920er Jahren
Quelle: Archiv ah

Fotocredit: wohnbund:consult